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  • Die KLIM-Daten werden schon bald in den Vorarlberg Atlas eingespeist. (Foto: KLIM). Die KLIM-Daten werden schon bald in den Vorarlberg Atlas eingespeist. (Foto: KLIM).
  • Die KLIM-Forscher Peter Strasser und Marion Ebster haben das Kulturlandschaftsinventar des Montafons erforscht. (Foto: meznar-media.com) Die KLIM-Forscher Peter Strasser und Marion Ebster haben das Kulturlandschaftsinventar des Montafons erforscht. (Foto: meznar-media.com)

Die Kulturlandschaft des Montafons

Dreijähriges EU-Projekt abgeschlossen – Ergebnisse sollen im Internet abrufbar werden.

Als vor über drei Jahren der Anspruch formuliert wurde, die Kulturlandschaft des Montafons – außerhalb des Dauersiedlungsraumes in den Wirkungsstätten der Dreistufenlandwirtschaft – zu dokumentieren, konnte der Umfang des Unternehmens schwer abgeschätzt werden. Einerseits gab es keine vergleichbaren Arbeiten im Tal oder außerhalb davon, andererseits war wenig über die Menge an Kulturgütern der einst so zentralen Dreistufenlandwirtschaft im Tal bekannt.

Detaillierte Dokumentation

Mit dem EU-Projekt „KLIM - Kulturlandschaftsinventar Montafon“ hat der Stand Montafon gemeinsam mit den Montafoner Museen das Projekt zur Erfassung von ehemaligen und noch bestehenden Alpbetreiben, Maisäßen und Bergheumähdern betrieben. In diesem Rahmen dokumentierten Marion Ebster und Peter Strasser mit ihrem Team den Wandel der Montafoner Kulturlandschaft außerhalb des Dauersiedlungsraumes.

„Mit Ende Dezember 2010 – die Finanzierung des EU-LEADER-Projekts war auf drei Jahre beschränkt – konnte die schriftliche und fotografische Dokumentation der Kulturlandschaft abgeschlossen werden“, schildert Peter Strasser. „Berücksichtigt wurden dabei die meisten soweit bekannten Gebäude, weitere Objekte (wie Trockensteinmauern, Pferche, Alpkreuze), schriftliche Quellen und die „immateriellen“ Aspekte: das von den Zeitzeugen und Gewährspersonen vermittelte Wissen (Arbeitspraktiken, Bräuche, Rechtsformen, Kenntnisse über Weideplätze, Auftriebstermine und Wetterregeln).“

Tausende Daten

Die Arbeiten erstreckten sich auf 13 ehemalige Dauersiedlungen, 137 Maisäße, 72 Alpbetriebe und 96 Bergmahdgebiete. Diese 319 Einheiten ergeben einen zusammenhängenden Raum, der U-förmig ab einer Höhe von rund 1200 Meter Höhe (mit lokalen Abweichungen natürlich) das Montafon umschließt: vom Davenna-Maisäß über die Berger Maisäße hin zu den großflächigen Alpbetrieben im Silbertal und im Verwall, über die historisch bedeutsamen Alpweiden in der Silvretta und die Alpen im Rätikon mit den vorgelagerten Maisäßen bis zur Alpe Lün als westlichstes Gebiet sowie zur Gavalinaalpe oberhalb von Lorüns, die aber betriebsmäßig bereits von Bludenz aus betreut wird.

Die Erhebungsarbeiten der Gebäude selbst wurden vornehmlich von Studierenden und Absolventinnen der Universitäten Innsbruck und Wien durchgeführt. 2400 bestehende Gebäude sowie 1916 ehemalige Bauten (wie Ruinen und so genannten Hostiga) konnten erfasst werden. Mit Ausnahme einiger Bargen in entlegenen Bergmahdgebieten dürften somit die meisten bekannten Bauten dokumentiert worden sein.

Daten im Internet

Mit dem Vorarlberger Landesvermessungsamt konnte nun ein Kooperationspartner zur Vermittlung der Ergebnisse gefunden werden. Die Daten werden in den nächsten Monaten in den „Vorarlberg Atlas“ eingespeist, wodurch sie in Kürze über das Internet (www.vorarlberg.at) abgerufen werden können.