• Kalkofen, Gargellen (Foto: www.meznar.media) Kalkofen, Gargellen (Foto: www.meznar.media)
  • Kalkofen, Gargellen (Foto: www.meznar.media) Kalkofen, Gargellen (Foto: www.meznar.media)
  • Kalkofen, Gargellen (Foto: www.meznar.media) Kalkofen, Gargellen (Foto: www.meznar.media)
  • Kalkofen, Gargellen (Foto: www.meznar.media) Kalkofen, Gargellen (Foto: www.meznar.media)

Kalkofen, Gargellen

Der Kalkofen dient als Schauobjekt für den Gargellner Fenster Weg und kann jederzeit besucht werden. Auf Grund der guten Dokumentation und der aufwendigen Arbeit für den Wiederaufbau sowie den Erhalt eines Kulturdenkmales im Montafon muss dies im Besonderen gewürdigt werden.

Der Kalkofen befindet sich im Ortsgebiet von Gargellen in der Parzelle Vergalda südlich vom Zentrum beim Valzifenzbach auf ca. 1490 m Höhe und bildet mit drei anderen Kalköfen in dieser Gegend eine Produktionsstätte. Kalköfen bildeten seit dem antiken Ägypten bis über die Römerzeit eine wichtige Grundlage zur Herstellung von Kalk bis zum heutigen Tag. Durch die Entwicklung des Zementes im 19. Jahrhundert, wurde der Kalk im 20. Jahrhundert stark zurückgedrängt und erst wieder um die Jahrtausendwende als neuer Baustoff wiederentdeckt und ist aus der heutigen Bauindustrie nicht mehr wegzudenken. Besonders beliebt ist das Bindemittel in der Restaurierung bei Denkmälern, aber wird bewusst in der modernen Architektur für Putze und Estriche und Anstriche als lebendiger Baustoff gerne wieder eingesetzt.

Die Wiederentdeckung dieses Kalkofenes erfolgte durch das große Interesse und die Liebe zur Heimat durch Friedrich Juen, der den Kalkofen in einem neuen Themenweg in Gargellen einzubinden versuchte und den Kalkofen in Vergalda zu erforschen. Der als Bodendenkmal eingestufte Kalkofen wurde von der Archäologiefirma CONTEXT im Herbst 2018/20 ausgegraben und dokumentiert.

Der gänzlich verschüttete Ofen wurde ausgegraben und es stellte sich heraus, dass der Ofen eine ursprüngliche Höhe von ca. 3 Meter besaß. Besonders gut erhalten waren die beiden Flügelmauern und die verstürzte Beschickungsöffnung war noch gut erkennbar. Von der 1,79 x 0,95 großen Feuerkammer waren eigentlich nur die Grundmauern übrig geblieben.

Um den Themenweg zu beleben und den Kalkofen wieder sichtbar zu machen, wurde anhand der dar liegenden Befunde der Kalkofen in Trockenbautechnik durch Friedrich Juen, Elmar Matt und vielen freiwilligen Helfern wiedererrichtet.

Jury:

Barbara Keiler, Bundesdenkmalamt – Abteilung für Vorarlberg
Clemens Quirin, vai Vorarlberger Architektur Institut
Thomas Mennel, Architekt
Raimund Rhomberg, Bauforscher

Jurykommentar: Raimund Rhomberg

Plakat "Kalkofen" zum Download