• Gedeckte Brücken (Foto: www.meznar.media) Gedeckte Brücken (Foto: www.meznar.media)
  • Gedeckte Brücke St. Gallenkirch beim Montafonerhüsle  (Foto: www.meznar.media) Gedeckte Brücke St. Gallenkirch beim Montafonerhüsle (Foto: www.meznar.media)
  • Gedeckte Brücke in Schruns - Tschagguns bei Landbrücke (Foto: www.meznar.media) Gedeckte Brücke in Schruns - Tschagguns bei Landbrücke (Foto: www.meznar.media)
  • Gedeckte Brücke in Schruns - Tschagguns bei Landbrücke (Foto: www.meznar.media) Gedeckte Brücke in Schruns - Tschagguns bei Landbrücke (Foto: www.meznar.media)
  • Gedeckte Brücke in Lorüns (Foto: www.meznar.media) Gedeckte Brücke in Lorüns (Foto: www.meznar.media)
  • Gedeckte Brücke in Lorüns (Foto: www.meznar.media) Gedeckte Brücke in Lorüns (Foto: www.meznar.media)

Gedeckte Brücken

Gedeckte Holzbrücken sind zunehmend aus dem Landschaftsbild verschwunden, da sie mit dem Schwerlastverkehr nicht mehr kompatibel waren. Umso bemerkenswerter sind Bemühungen diese historischen Konstruktionen weiter zu nutzen, ev. auch zu versetzen und als Teil des Radwegnetzes wieder aufheben lassen.

Ein schönes Beispiel dafür ist die Landbrücke am Ortausgang von Schruns, die ursprünglich 1880 für Lorüns errichtet und 1990 versetzt wurde. Die Seitenwände bestehen aus sogenannten How‘schen Trägern – einer Verbindung von schrägen Holzteilen und vertikalen Stahlseilen. Mit der Fahrbahn und dem schindelgeckten Satteldach bildet sich ein Kasten.

Ganz ähnlich nach dem How’schen System konstruiert, jedoch ein wenig jünger ist die Holzbrücke bei Montafoner Hüsle in St. Gallenkirch. Sie dient derzeit (auch noch) dem motorisierten Verkehr. Seit 1917 verbindet sie die beiden Ufer der Ill. Sie liegt auf Betonfundamenten und ist mit einem Eternitdach eingedeckt. Die Seitenwände sind zum Teil mit Brettern verkleidet.

Am Beginn des Tales in Lorüns steht seit 2011 auch eine „moderne, gedeckte Brücke“ – in Kastenform ausgebildet, besteht die Alfenzbrücke auf beiden Seiten aus bis zu 4,30 m hohen vorgefertigten Fachwerkträgern aus Beton. Die Architekten griffen den traditionellen Bautypus auf und interpretierten ihn neu. Statt einer geraden Form entschieden sie sich für einen trapezförmigen Querschnitt und unterschiedlich abgeschrägte Enden – so entstand ein recht dynamischer Eindruck. Die Brücke überspannt fast 30 m, die Decken- und Bodenplatte wirken als Ober- und Untergurt und tragen wesentlich zur Tragfähigkeit bei. Ein innen liegendes Stahlnetz übernimmt die Funktion des Geländers.

Stellvertretend für weitere noch als Fuß- und Radbrücken benutzte Brückenbauwerke im Montafon geht der Dank hier die Brückenerhalter.

Jury:
Barbara Keiler, Bundesdenkmalamt – Abteilung für Vorarlberg
Clemens Quirin, vai Vorarlberger Architektur Institut
Thomas Mennel, Architekt
Raimund Rhomberg, Bauforscher

Jurykommentar: Barbara Keiler

Plakat "Gedeckte Brücken" zum Download