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Roferweg 9, Bartholomäberg

Das Gebäude trägt mit Selbstbewusstsein die Spuren der vergangenen Jahrhunderte in sich und wird zu einem sichtbaren Zeichen für lokale Baukultur.

Das Gebäude Roferweg 9 am Bartholomäberg wurde bereits in den 1980er Jahren vor dem Kauf durch die derzeitigen Eigentümer erweitert und saniert. Viele dieser An-, Um- und Ausbauten entsprechen nur bedingt dem heutigen Verständnis einer sensiblen Revitalisierung. Dennoch trägt das Gebäude mit gutem Selbstbewusstsein die Spuren der vergangenen Jahrhunderte in sich und wird durch die liebevolle Pflege der BewohnerInnen zu einem sichtbaren Zeichen für lokale Baukultur. Bei der Adaptierung des Gebäudes blieb der Stall unangetastet – eine wichtige Entscheidung, um das historische Gefüge sinngemäß zu erhalten. Die pragmatische, unaufgeregte Anbringung der Solaranlage am Stallgebäude ist ebenso erwähnenswert.

Der sensible Umgang mit der bestehenden Altbausubstanz, aber auch mit teilweise schwierigen Umbauten aus den 1980er Jahren ist besonders bemerkenswert. Das Leben in diesen Räumen ist mitunter auch mit realen Einschränkungen verbunden – Niveauunterschiede, hohe Schwellen, niedrige Türrahmen und ungewöhnliche Raumfolgen werden von den BewohnerInnen im Bewusstsein des kulturellen Wertes ihres Gebäudes in der Nutzung toleriert. Baukultur umschreibt eine Haltung, in der über das Bauen Alltags- und Lebenskultur sichtbar wird. Mit dem Gebäude Roferweg 9 am Bartholomäberg wird nicht nur ein Gebäude sondern vor allem die reflektierte und vorbildliche Haltung der derzeitigen Eigentümer ausgezeichnet.

Jury: Verena Konrad, Barbara Keiler, Thomas Mennel, Raimund Rhomberg

Jurykommentar: Verena Konrad