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Galgenul 128, St. Gallenkirch

Das ehemalige Doppelhaus „Galgenul 128“ wurde vor dem Verfall gerettet und wird nun als Zweitwohnsitz genutzt.

Wenn es auch jetzt sehr stimmig erscheint, mussten doch aufgrund des schlechten Bauzustandes viele Teile ersetzt werden. Vor allem der Verlust des alten Kellers (Wiederaufbau zum Teil mit modernen Materialien) sowie der neue Dachstuhl  und die Balkone waren wohl unumgänglich.

Die beiden Traufseiten werden durch die rundbogigen, gemauerten Eingänge und die Balkone betont, während die symmetrische Giebelseite von den eng versprossten, verzierten Kastenfenstern mit den roten Brettläden geprägt ist. Die gestrickte Fassade ist innen wie außen noch gut ablesbar; das mächtige Schindeldach fasst die Hausteile zusammen.  Im Inneren wurde auf einer Hausseite die sehr steile Stiege belassen, auf der anderen Seite ein neues Treppenhaus und Bad eingebaut. Im Gang findet sich ein alter Steinboden, der allerdings aus Salzburg stammt und nicht regionstypisch ist. Weiters gibt es alte Feuerungsanlagen, Türen und Truhen. Zwei getäferte Stuben mit Einrichtung und Öfen vervollständigen das Ambiente. Im oberen Stockwerk hat sich eine originale, sehr niedrige Tür mit mächtigen Türpfosten erhalten.

Gerade im Vergleich zum jüngsten Baugeschehen in der  unmittelbaren Umgebung ist dieses Haus, das zudem ursprünglich nicht in Familienbesitz war, ein seltenes Beispiel für den Erhalt der regionalen Baukultur ohne den Einfluss der Behörden, sondern allein durch persönliches Engagement und Wertschätzung für das Alte.

Jury: Verena Konrad, Barbara Keiler, Thomas Mennel, Raimund Rhomberg

Jurykommentar: Barbara Keiler