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Bials 243, St. Gallenkirch

Die getrennt stehende Stallscheune ist gleichbedeutend zum Wohnhaus und prägt als Teil der bäuerlichen Wirtschaftsweise das Bild der Talschaft.

Das Wohnhaus-Stallensemble St. Gallenkirch 243 ist ein Beispiel der Bauernhaustradition im Montafon. In der Landschaft ist die getrennt stehende Stallscheune gleichbedeutend zum Wohnhaus und prägt als Teil der bäuerlichen Wirtschaftsweise das Bild der Talschaft. Zum Erhalt wurde in einfacher Zimmermannstechnik und mit Schindeldeckung das Gebäude vom Verfall bewahrt. Die Bauweise solcher Gebäude ist seit Jahrhunderten einfach und durchdacht zugleich: Ein gezielter Wasserhaushalt ab der Dachschindel bis zum Maueransatz, die offene Holzbauweise, das Freihalten von großem Baumbewuchs tragen zum Bestand derartige Wirtschaftsgebäude über Generationen bei. Auch wenn die nachfolgende Nutzung für uns noch ungewiss ist, verkörpern sie einen soliden Umgang in Technik und Materialnutzung und werden damit möglicherweise in Zukunft zu Vorbildern. Die Dachsanierung bei der Stallscheune übertrifft in ihrer Einfachheit und Logik einige Neuerung am Haus. Auch dort gäbe es für einige vor kurzem vorgenommene, nicht ideale Detaillösungen (insbesondere im Sockel und Fensterbereich) gute, funktionierende und erstaunlich dauerhafte Lösungen unserer Vorfahren, die die aktuelle Baukultur im Montafon wieder auffrischen sollte.

Jury: Verena Konrad, Barbara Keiler, Thomas Mennel, Raimund Rhomberg

Jurykommentar: Thomas Mennel