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Montafoner Kulturlandschaft

Das Montafon im Süden Vorarlbergs ist bekannt für seine alpine, durch die Dreistufenlandwirtschaft geprägte Kulturlandschaft.

Dreistufenlandwirtschaft

Das Montafon im Süden Vorarlbergs ist bekannt für seine alpine, durch die Dreistufenlandwirtschaft geprägte  Kulturlandschaft. Spätestens seit dem Mittelalter - vermutlich jedoch schon viel früher - wurde diese halbnomadische Bewirtschaftungsform hier ausgeübt, bei welcher Teile der Familie oder Personal im Jahreslauf unter Berücksichtigung des Vegetationszustandes mit ihrem Vieh Weideplätze in verschiedenen Höhenlagen aufsuchten. Im Frühjahr zog man vom Heimgut im Tal auf den Maisäß auf ca. 1200 bis 1600 m und Anfang Sommer übergab man das Vieh den Hirten, die bis zum Ende des Alpsommers ca. 70 - 90 Tage lang das Vieh in den Höhenlagen weiden ließen. Dadurch ist eine einmalige Kulturlandschaft entstanden, die durch den Strukturwandel und die damit einhergehenden Änderungen der Gesellschaft sowie der Arbeits- und Wirtschaftsmethoden in ihrem Bestand gefährdet ist.

Umgang mit Veränderung

Durch heutige Lebensweisen und Bewirtschaftungsformen verändert sich die Landschaft und viele über Jahrhunderte entstandene Landschaftselemente verschwinden aus dem Erscheinungsbild des Montafons oder sind bereits verschwunden. Der Verfall von historischer Baukultur, der massive Rückgang von traditionellen Bewirtschaftungsmethoden und der Verlust alter Kulturtechniken, die sich wandelnden Natur- und Lebensräume und der damit einhergehende Biodiversitätsverlust bilden somit die Hauptmotivation, sich mit der noch bestehenden Kulturlandschaft auseinanderzusetzen.

Durch den Rückgang der ursprünglichen, landwirtschaftlichen Nutzung von Maisäßen sind die Gebäude und die dazu gehörende Landschaft heute einem erhöhten freizeit(wirtschaft)lichen Nutzungsdruck ausgesetzt. Fast 80% aller Wohngebäude in den Maisäßgebieten werden heute entweder für Erholungszwecke für Vermietungszwecke oder für beides verwendet. Bei der Gebäudeadaptierung und bei der Flächenbewirtschaftung werden daher neue Lösungen benötigt, um die Gemeinden, die MaisäßeigentümerInnen bzw. die Eigentümer-gemeinschaften und die zuständigen Behörden in einem, den heutigen Bedürfnissen angepassten, Rahmen handlungsfähig zu machen. Diese Bedürfnisse erfordern zeitgemäße Rahmenbedingungen, die einerseits heutige Nutzungsformen durch entsprechende Infrastruktur ermöglichen, andererseits aber traditionelle und regionaltypische Kulturlandschaftselemente und Bauformen möglichst erhalten.

Die im Mai 2015 in Kraft getretene Raumplanungsnovelle bietet nun Lösungen, die größten Herausforderungen wie fehlende rechtliche Grundlagen für eine zeitgemäße Anpassungen von Gebäuden in Maisäßgebieten und fehlende Regelungen für eine zweckmäßige Abwasserentsorgun, fehlende bzw. rückläufige Bewirtschaftung der Flächen in den Maisäßgebieten durch Rückgang der landwirtschaftlichen Nutzung und fehlende Richtlinien zur Sanierung und Adaptierung von Wohngebäuden und zur Erhaltung von zentralen Kulturlandschaftselementen wie Trockensteinmauern, Schraga-Zäune etc. zu meistern.

Ergebnisbericht der Arbeitsgruppe Zukunft Maisäße Montafon

LEADER Projekt Werkzeugkoffer Maisäßsanierung