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Waldbewirtschaftung

Die Montafoner waren seit jeher auf den Wald als Schutz angewiesen und haben ihn gleichzeitig als Holzlieferant und Futterquelle für das Vieh genutzt.

Die Bewohner des Montafons waren seit jeher auf den Wald als Schutz für ihre Häuser und Ställe angewiesen und haben gleichzeitig den Wald als Holzlieferant und Futterquelle für das Vieh (Waldweide, Schneitelung) genutzt. Das Miteinander von Schutz- und Nutzfunktion hat Tradition. Eine zeitgemäße Schutzwaldbewirtschaftung soll auch in Zukunft Sicherheit vor Naturgefahren und Wertschöpfung im Tal gewährleisten.

Schutzwaldbewirtschaftung hat sich anders als im Wirtschaftswald vor allem an der Sicherstellung der Schutzfunktion zu orientieren. Da im Montafon alte und sehr vorratsreiche Bestände überwiegen, fördert die Holznutzung mit der damit einhergehenden Waldverjüngung in vielen Fällen die Schutzfunktionsleistung des Waldes. Eine gezielte Bewirtschaftung kann die Bestandesstruktur verbessern und damit die Bestandesstabilität fördern. Generell erhöht eine nachhaltige Waldbewirtschaftung den Anteil an stabilen Bestandesentwicklungsphasen. Der Verlust der Schutzfunktion während den natürlichen Zerfallsstadien kann dadurch mit frühzeitiger Verjüngungseinleitung kompensiert werden.


Waldbau-Strategie

Die Waldbau-Strategie verfolgt schräg zum Hang verlaufende Schlitzhiebe

Trotz steiler und hochgelegener Waldungen weist der Standeswald eine beträchtliche Wuchsleistung auf. Der aktuelle Holzeinschlag umfasst zwei Drittel des jährlich nutzbaren Zuwachses. Da auf dem Standeswald öffentlich-rechtliche Nutzungsrechte lasten und diese auch für zukünftige Generationen sicherzustellen sind, muss die nachhaltige Produktionsfähigkeit des Waldes erhalten bleiben. Es ist erklärtes Ziel, den nachwachsenden Rohstoff Holz sowohl als Nutz- als auch als Brennholz zu nutzen. In erster Linie ist damit der Servitutsholzbedarf zu decken. Darüberhinaus wird Holz auf dem freien Markt an die Montafoner Säge- und Zimmereibetriebe und die Holzindustrien Westösterreichs verkauft. Derzeit werden vom behördlich genehmigten Hiebsatz von 17.900 fm rund zwei Drittel als Nutz- und Brennholz frei vermarktet.

Der Standeswald ist im Gegensatz zum Altersklassenwald, der durch Kahlschlagwirtschaft gekennzeichnet ist, ungleichaltrig und naturnah aufgebaut. Aus Gründen der besseren Schutzerfüllung, der naturnahen Waldwirtschaft und des Naturschutzes gilt es, diese Struktur der kleinflächigen Alters- und Durchmesserunterschiede zu erhalten. Dies ist nur durch kleinflächige Nutzungseingriffe zu bewerkstelligen, die gewöhnlich schlitzförmig schräg zur Hangrichtung angeordnet werden. Auf Grund der topographischen Gegebenheiten kommen für diesem Zweck nur Seilkrananlagen in Frage, mit welchen das geschlägerte Holz boden- und bestandesschonend auf die nächste Abfuhrstraße transportiert wird. Eine durchdachte Basiserschließung mit Forststraßen bildet die Voraussetzung für den zweckmäßigen Einsatz von Seilkrananlagen.

 

Seilnutzungen_heute_zukuenftig

Seilkrannutzung nach erfolgter Schlägerung (links) und mit Naturverjüngung (rechts)


In Vorarlberg wird die Seilkranbringung seit 1984 aus Landesmitteln gefördert. Ohne diese Förderung wäre eine kleinflächige Holznutzung im Seilgelände nicht gewinnbringend. Aus wirtschaftlichen Erwägungen verzichtet der Forstfonds weitgehend auf einen betriebseigenen Forstmaschinenpark und lässt die Holznutzungen zum überwiegenden Teil durch ausgesuchte Forstunternehmer durchführen.

Kontakt:
DI Hubert Malin
Tel: +43/(0) 55 56/7 21 32-14
hubert.malin@stand-montafon.at