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Schusterhof in Innerberg

Das wohl älteste noch bestehende Wohngebäude des Montafons: der Schusterhof in Innerberg; errichtet in den Jahren nach 1250.

Der Kern des 1990 von Walter Hauser, Denkmalamt Innsbruck, aufgrund des charakteristischen Mauerwerkes erstmals als hochmittelalterlich erkannten und in der Folge bauanalytisch untersuchten Bauernhofes zeichnet sich durch einen quadratischen Grundriss mit eckbündig eingestelltem und zeitgleich eingewölbtem Kellerzugang aus. Die Belichtung des Untergeschosses erfolgt durch zwei Trichterschlitze, die originär in dem durch Fugenstrich betonten Bruchsteinmauerwerk liegen.

Für die über bauanalytische Kriterien als zeitgleich definierten Deckenbalken des Kellers einschließlich der zugehörigen Bohlenbretter ergab die durch W. Hauser veranlasste und 1998 von Kurt Nicolussi, Universität Innsbruck, durchgeführte dendrochronologische Beprobung das Schlagdatum im Winterhalbjahr 1251/52, während die Überbauung des Altkernes und die westseitige Erweiterung des Hauses in das beginnende 18. Jahrhundert zu stellen sind.

Die Erkenntnisse erlaubten in weiterer Folge die typologische Einbettung des Schusterhofes in den größeren Zusammenhang einer von der Ostschweiz über Vorarlberg und Tirol bis wenigstens nach Oberkärnten reichenden Architekturlandschaft, die im Mittelalter von einräumigen Bauernhaustypen mit variablem, aber stets ausgetrenntem Kellergang geprägt wird. Innerhalb dieses Spektrums befundeter Bauten gehört der Hof in Bartholomäberg zu den bislang ältesten im inneralpinen Raum.

Aus: Klaus Pfeifer, Spuren mittelalterlicher Architektur im Montafon, in: Montafon 2. S. 245-257. hier S. 249.

 

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