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Montafoner "Wehrfreude"

Der Heimatforscher schrieb über die Militärwilligkeit der Montafoner.

Wehrfreude: das Freikommen v. Militärdienste war f[r]üher auch im Mo[ntafon] ein erstrebenswertes Ziel. Denn der Militärdienst war früher denkbar unbeliebt. (Siehe z. B. das Desertieren Wehrpflichtiger in der Bayernzeit!)[1] Dagegen war der Mo[ntafoner] jederzeit bereit, für s[eine] Heimat zu kämpfen. (Franzosenkriege!). Später galt es als Ehre Soldat zu sein. So desertierte im ganzen Weltkriege kein einziger Mo[ntafoner], trotzdem die Schweiz so nahe war. Dagegen verursachte das volksfremde nationalsoz[ialistische] Regime zahlreiche Desertationen, bes[onders] in die Schweiz u. zwar vereinzelnt [sic!] schon zu Beginn des Krieges u. während der ersten Kriegsjahre, bes[onders] aber gegen Ende des Krieges. So sind z. B. 1945 fünf Volksstürmer v. Galgenul nicht eingerückt trotz Einberufung. Auch in andern Mo[ntafoner] Gemeinden kam Ähnliches vor. Auch aktive Soldaten rückten in den letzten Kriegsmonaten nicht mehr ein, sondern versteckten sich in den heimischen Wäldern.



[1] Zwischen 1805 und 1814 stand Vorarlberg unter bayrischer Herrschaft.

 

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Transkription: Sophie Röder