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Mobilität historisch: Autoverbot?

Bereits in den 1920er Jahren wurde im Montafon heftig über Mobilitätsfragen diskutiert.

Bereits in den frühen 1920er Jahren wurde im Montafon heftig über das Thema Verkehr diskutiert. Der zunehmende Automobilverkehr fand nicht nur Anklang im Tal, wie etwa ein Bericht in einer Schweizer Zeitung vom 6. März 1925 verdeutlicht:

"Für ein Autoverbot. Der Stand Montafon befaßte sich mit der Autofrage und kam in der letzten Ausschußsitzung zu folgender Beschlußfassung: 'Es ist auf Erlassung des Autoverbotes bei der Landesregierung in Bregenz mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu dringen, da nur auf diese Weise eine beinahe katastrophale Verkehrsstörung durch Montafon verhütet werden kann."

Schon zuvor hatte auch die Einrichtung einer regelmäßigen Postautoverbindung für Aufsehen gesorgt und war auf Ablehung gestoßen. Der Stand hatte daher im Juli 1922 beschlossen „unter den gegenwärtigen so ungünstigen Verhältnissen gegen die Einführung eines Postautos mit allen zu Gebote stehenden Mitteln einzustehen und anzukämpfen und wenn anders nicht zulässig, den Gesamtautoverkehr in's Montafon gänzlich einzustellen. In diesem Sinne ist die Landesregierung in Bregenz sofort telefonisch zu verständigen.“

Rege wurde auch über den Nutzen und Schaden des Autoverkehrs für den Tourismus diskutiert. Während die Gegner ins Treffen führten, dass sich viele Fremde im Sommer über die Autoplage beklagen, weil oft 50 Auto und mehr Schruns besuchen, so führten die Befürworter an, dass zahllose Fremde wegen der guten Autoverbindung bis an die Tore der Silvretta Schruns zum Quartierort erkoren hätten und daher der Autoverkehr einen regen Fremdenverkehr mit sich bringe.

Wie wir heute wissen, ist der Individualverkehr in den folgenden Jahrzehnten explodiert und ist mittlerweile nicht nur dem Tourismus, sondern auch der heimischen Bevölkerung geschuldet.