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septimo 2019 - "Die Fremden kommen...!"

Der siebte kulturelle Montafoner Erntemonat septimo widmet sich ganz der Entwicklung und Geschichte des Tourismus in der südlichsten Talschaft Vorarlbergs. Vom 1. bis zum 30. September wird ein abwechslungsreiches Programm zur Vergangenheit und Gegenwart geboten.

 

septimo - September im Montafon - der kulturelle "Erntemonat".

Vom 1. bis 30. September 2019 widmet sich das Kulturformat ganz der Geschichte und Entwicklung des Tourismus im Montafon: Hintergrund dafür ist einerseits das 60. Jubiläum der talweiten Organisation „Montafon Tourismus“, andererseits aber zugleich die immer dringender werdenden Frage nach den Grenzen der touristischen Nutzung in einer alpinen Region. Das Zitat «Der Tourismus zerstört das, was er sucht, indem er es findet» von Hans Magnus Enzensberger bringt diese Zwiespältigkeit auf den Punkt.

Der Titel „Die Fremden kommen…“ stellt eine Reminiszenz an die traditionelle Bezeichnung der Gäste als „Fremde“ dar. Dem entsprachen die „Verkehrsbüros“ und „Verkehrsvereine“, die lange Zeit das Rückgrat der heterogenen touristischen Struktur im Montafon bildeten. So steht bei zahlreichen Programmpunkten die frühe Geschichte des Tourismus, die eng mit den Begriffen Alpinismus und Sommerfrische verbunden ist, und einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung mit sich brachte, im Fokus.

Zugleich verweist das septimo-Motto auf den Umstand, dass ein erheblicher Teil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor nicht aus dem Tal stammt, sondern als Saisonarbeitskräfte ins Montafon migriert. Vor allem Menschen aus Deutschland, Ungarn, der Slowakei, den Nachfolgestaaten Jugoslawiens und auch aus „Innerösterreich“ kommen hierher, um im Tourismus zu arbeiten: Als Kellnerinnen und Skilehrer, in den Hotelküchen, an den Liftstationen und Rezeptionen stellen sie in der Hochsaison einen erheblichen Teil der Talbevölkerung und sorgen für reibungslose Abläufe. Die meisten reisen wieder ab, wenn auch die Gäste ihre Koffer packen. In einem Europa, das sich immer enger zusammenschließt, und in einer Region, die auf Arbeitskräfte von außen angewiesen ist, werden sie völlig anders wahrgenommen als jene MigrantInnen, die kommen, um zu bleiben. Für die – begrenzte – Dauer ihres Aufenthalts sind sie herzlich willkommen im Montafon. Dennoch lassen sich nicht wenige von ihnen dauerhaft hier nieder…

Im Programm des septimo finden sich unterschiedlichste Formate, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in den Blick nehmen. Die Vielfalt der Angebote – theatralische Inszenierungen, Kinovorführungen, Gesprächsabende, Wanderungen und Exkursionen in die Kulturlandschaft – korrespondiert mit der Verteilung der Veranstaltungsorte über alle Montafoner Gemeinden.

Der Veranstaltungsreigen, der sich ausdrücklich an Heimische und Gäste richtet, wird seit 2017 von Heimatschutzverein Montafon und Montafon Tourismus gemeinsam ausgerichtet und findet alle zwei Jahre (alternierend mit der Tagung "Montafoner Gipfeltreffen" statt).

Michael Kasper (Obmann Heimatschutzverein Montafon)