Das neue „Alte Gericht“

Bezirksgericht Montafon seit dem 30. Juni 2017 geschlossen – Leuchtturm-Projekt als Nachnutzung

Als historischer Moment wird dieser Sommer in die Geschichte der Talschaft Montafon eingehen. Denn wenn Ende Juni das Bezirksgericht Montafon seine Türen für immer schließt, geht eine fast 250-jährige Ära in der Talschaft zu Ende. Jetzt soll das historisch, symbolisch und regionalpolitisch bedeutungsvolle,  denkmalgeschützte „Alte Gericht“ – welches sich seit Jahrhunderten im Besitz des Standes Montafon befindet - den Bedürfnissen des Tales entsprechend nachgenutzt werden.

Jahrelanger Widerstand

Das Bezirksgericht Montafon hat eine lange Tradition. Jahrhundertelang hat sich die Talschaft um ein eigenes Gericht bemüht, welches vor 242 Jahren schlussendlich im Jahr 1775 von Maria Theresia gewährt wurde. Zahlreiche angedrohte Schließungen des altehrwürdigen Bezirksgerichts konnten von den Entscheidungsträgern im Montafon in den vergangenen Jahren immer wieder abgewendet werden. Im September 2015 gab Justizminister Wolfgang Brandstetter dann im Rahmen einer Justiz-Reform das endgültige Aus für das Bezirksgericht Montafon bekannt. Allem Widerstand aus dem Montafon zum Trotz hat die Österreichische Bundesregierung dann am 13. Dezember 2016 auch offiziell die Schließung per 30. Juni 2017 beschlossen. Per 1. Juli 2017 werden die Bezirksgerichte Montafon und Bludenz zusammengelegt, die Montafoner Mitarbeiter übernommen.

Ein Leuchtturm-Projekt

Was jetzt aus dem historisch, symbolisch und regionalpolitisch bedeutungsvollen „Alten Gericht“ im Herzen von Schruns werden soll, wird derzeit im Rahmen eines breit angelegten Prozesses seitens des Eigentümers Standes Montafon erarbeitet. „Das alte Gericht soll so revitalisiert werden, dass es für die gesamte Regionen einen außerordentlichen Mehrwert sicherstellt“, wünscht sich Standesrepräsentant Bürgermeister Herbert Bitschnau ein Leuchtturmprojekt. Genau daran wird aktuell in einem von der EU, von Land, Bund und von den Vorarlberger Illwerken geförderten Leader-Projekt mit breiter Beteiligung gearbeitet. Auf Einladung des Standes Montafon entwerfen auch Studenten des Instituts für Gebäudelehre der TU Graz im Rahmen der Master-Lehrveranstaltung „Schruns Tschagguns. Über den Berg“ ein ganzes Semester lang Varianten für das Gerichtsgebäude.

Nutzungsvarianten

Nach intensiven Gesprächen, mehreren Workshop-Runden unter fachlicher Begleitung der beiden Architekten Andreas Kleboth und Richard Steger werden derzeit die in den vergangenen Monaten gemeinsam erarbeiteten Visionen ausgewertet, konkretisiert, vertieft und einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen bis sich schlussendlich die beste Nutzungsvariante herauskristallisiert. Die vorstellbaren Vorschläge reichen aktuell von der Schaffung von Büroräumlichkeiten für Verwaltung bis hin zu einer Bildungseinrichtung, welche gemeinsam mit den umliegenden Volks- und Mittelschulen, dem Gemeinde- und Pfarramt sowie dem Sternensaal  einen räumlichen Zusammenhang ermöglichen würde. Als weitere Aufwertung des Standorts steht auch eine touristische Nutzung (Gastronomie, Beherbergung, etc.) zur Diskussion. „Wir wollen uns vor keiner Idee verschließen und schauen uns verschiedene Gesamtkonzepte – auch von externen Interessierten – sehr offen an“, verspricht der Standesrepräsentant. In den nächsten Wochen und Monaten sollen entsprechende Weichen gestellt werden, das Leuchtturm-Projekt reifen. Eine Zukunfts-Entscheidung soll schließlich noch heuer fallen.

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