Eröffnungskonzert
| Datum | 10.07.2010 |
|---|---|
| Beginn | 19:30 |
| Ort | Remise Schruns |
| Adresse | auf der Landkarte zeigen |
| Kategorie | Klassik, Presse |
| Termin übernehmen | Diesen Termin meinem Kalender hinzufügen |
Die Moldau - aus „Mein Vaterland“ von Bredrich Smetana
Les Préludes - von Franz Liszt
Symphonie Nr. 3 „Eroica“ - op. 55 Es-Dur von Ludwig van Beethoven
Orchester des Musiktheater Vorarlberg
Leitung: Nikolaus Netzer
Preis: € 18 | 13
Bredrich Smetana wurde am 2. März 1824 in Litomysl geboren und starb am 12. Mai 1884 in Prag.
Smetana war Musiklehrer, Dirigent der tschechischen Philharmonischen Konzerte, Musikkritiker und Erster Kapellmeister des tschechischen Intermistentheaters. 1856 verließ Smetana aus politischen Gründen seine Heimat, um in Göteborg (Schweden) die Philharmonische Gesellschaft zu leiten. Nach dem Ende des österreichischen Absolutismus kehrte Smetana 1861 endgültig nach Prag zurück und arbeitete rastlos für die tschechische Nationalbewegung. Der neue Aufschwung führte 1861 zur Gründung des patriotischen Gesangvereins Hlahol, den er von 1863 bis 1865 leitete.
Im Jahre 1874 erkrankte Smetana an Syphilis, ertaubte und zog sich aus der Öffentlichkeit weitgehend zurück.
Im Zuge der Entstehung der Festoper Libusa entstand auch der Zyklus Mein Vaterland bestehend von sechs sinfonischen Dichtungen. Das berühmteste Werk daraus ist „Die Moldau“, das der Stadt Prag gewidmet ist.
Der Zyklus, dessen Entstehungszeit von der völligen Ertaubung des Komponisten überschattet war, war zunächst als Vierteiler geplant; erst nach einer dreijährigen Schaffenspause entstanden die letzten beiden Teile. Themen des Zyklus sind Mythen, Landschaft und Geschichte von Smetanas tschechischer Heimat.
Die Aufführung von Mein Vaterland bildet traditionell jedes Jahr am 12. Mai, dem Todestag des Komponisten, die Eröffnung des Prager Frühlings.
Die Uraufführung des kompletten Zyklus fand am 5. November 1882 in Prag statt.
"Mein Vaterland" von Smetana ist ein wunderbares Beispiel einer in Töne gesetzten Naturschilderung und von "natürlicher UR-GEWALT". Der Komponist schreibt selbst über dieses Werk 1875:
"Die Komposition schildert den Lauf der Moldau, angefangen bei den beiden kleinen Quellen, der kühlen und der warmen Moldau, über die Vereinigung der beiden Bächlein zu einem Fluss, den Lauf der Moldau durch Wälder und Fluren, durch Landschaften, wo gerade eine Bauernhochzeit gefeiert wird, beim nächtlichen Mondschein tanzen die Nymphen ihren Reigen. Auf den nahen Felsen ragen stolze Burgen, Schlösser und Ruinen empor. Die Moldau wirbelt in den Johannisstromschnellen; im breiten Zug fließt sie weiter gegen Prag am Vyšehrad vorbei, und in majestätischem Lauf entschwindet sie in der Ferne schließlich in der Elbe.“
Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 in Raiding, damals ungarischer Teil des Kaisertums Österreich, heute Österreich (Burgenland) geboren und starb am 31. Juli 1886 in Bayreuth. Er war Komponist, Pianist, Dirigent, Theaterleiter, Musiklehrer und Schriftsteller.
Liszt war einer der prominentesten Klaviervirtuosen und einer der produktivsten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Er hat in vielen unterschiedlichen Stilen und Gattungen komponiert und war ein Wegbereiter der „programmatischen Musik“ (sinfonische Dichtungen) und wird mit seinen Hauptwerken der „Neudeutschen Schule“ zugezählt. Er war Mitbegründer des Allgemeinen Deutschen Musikvereins.
Liszt sieht die Phasen des Lebens als Vorspiele (Préludes) zur Melodie des Todes. Diese Phasen des Lebens sind Kämpfe und Stürme, Liebesglück und Schmerz, Trost, Erleben der Natur.
Trotz der Gegensätze dieser Stimmungen, die sich in Les Préludes widerspiegeln, zeichnet sich das Werk durch eine bemerkenswerte Geschlossenheit aus. Es beginnt mit einer zarten wehmütigen Melodie, aus der sich das erste stürmische Hauptthema entwickelt, das über einen pastoral anmutenden Teil in das zweite Thema übergeht. Diese beiden Themen werden in gleitend wechselnden Stimmungen fortentwickelt. In einer gewaltigen Steigerung mündet das ursprünglich liebliche Thema in das erste Hauptthema als majestätische, glanzvolle Fanfare.
Das Hauptthema wurde im Zweiten Weltkrieg als Erkennungsmelodie für den Wehrmachtbericht in Rundfunk und den Wochenschauen verwendet. Des Weiteren sollte Les Préludes auch die Siegesfanfare für den Russlandfeldzug sein.
Ludwig van Beethoven wurde am 17. Dezember 1770 in Bonn geboren und starb am 26. März 1827 in Wien. Er gilt als der Komponist, der die Musik dieser Stilepoche zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet hat.
Ludwig van Beethovens 3. Sinfonie in Es-Dur, op. 55 mit dem Beinamen „Eroica“ entstand in den Jahren 1803 bis 1804.
Beethoven war als junger Mann begeisterter Anhänger der Französischen Revolution (1789–1799) und später ein Bewunderer Napoleons, der die Freiheitsideen durch Gesetzgebung und Kriege in ganz Europa verbreitete. Napoleon galt als ein Held der Aufklärung.
Mit der 3. Sinfonie fand Beethoven zur Form einer eher monumentalen und heroischen Sinfonie. Ursprünglich trug sie den Titel „Sinfonia grande, intitolata Bonaparte“ (benannt nach Napoleon). Nachdem er jedoch erfuhr, dass Napoleon sich am 18. Mai 1804 zum französischen Kaiser gemacht hatte, radierte er in großer Wut den Namen aus dem Titelblatt. Seine neue Überschrift hieß nun „Heroische Sinfonie, komponiert um das Andenken eines großen Mannes zu feiern“, heute wird sie meistens mit ihrem italienischen Titel Eroica genannt. Uraufgeführt wurde sie im August 1804 im Wiener Palais des Fürsten Lobkowicz, dem sie nun auch gewidmet war.
Das Musiktheater Vorarlberg kann mittlerweile auf eine über sechzigjährige Tradition zurückblicken. Seit 1947 wurden unter der Leitung von Alfred Mayer jährlich Operetten und Symphoniekonzerte aufgeführt. Im Dezember 2007 wurde Mag. Nikolaus Netzer zum künstlerischen Leiter gewählt. Die neue Vereinsleitung will die lange Tradition des Musiktheaters in Götzis fortführen, daneben aber auch neue Wege beschreiten. Jährlich zwei Musiktheaterproduktionen zu veranstalten, begleitet von Kinderopern bzw. -konzerten und diese in hoher musikalischer Qualität aufzuführen, sind die Ansprüche des Musiktheater Vorarlberg für die Zukunft.
Nikolaus Netzer wurde 1967 geboren. Es studierte am Tiroler Landeskonservatorium Innsbruck Dirigieren, Posaune und Klavier. Weitere Studienschwerpunkte waren
Chor- und Ensembleleitung, Chorische Stimmbildung, Kinder- und Jugendstimmbildung, Aufführungspraxis der Alten Musik (Prof. Howard Arman).
Netzer war Lehrer an der Musikschule der Stadt Innsbruck für die Fächer Posaune, Blechbläserkammermusik, Chor und chorische Stimmbildung und Gehörbildung von 1990-2002 sowie Lehrbeauftragter an der Leopold Franzens Universität Innsbruck. Im Rahmen dieses Lehrauftrags auch Leitung des Universitätsorchesters Collegium Musicum (1996-2001). Ebenso Lehrbeauftragter der Universität für Musik und Darstellende Kunst Mozarteum Salzburg (1997-2001). Seit Oktober 2009 ist er Direktor der Musikschule Feldkirch.
Seine künstlerische Tätigkeiten reichen von Posaunist und Trompeter auf dem Gebiet der Alten Musik (1988-2001), über musikalische Assistenz bei Gustav Kuhn (1993-1998), Chordirektor der Tiroler Festspiele Erl (1999-2001), Chordirektor und Kapellmeister am Theater Ulm (2001-2005), künstlerischer Leiter des Festivals MONTAFONER SOMMER (seit 2003), Chordirektor und Kapellmeister am Tiroler Landestheater Innsbruck (2005-09 bis künstlerischer Leiter des Musiktheater Vorarlberg in Götzis (seit 2007).
Nikolaus Netzer arbeitet mit dem Orchester I pomeriggi musicali (Mailand), Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, ensemble plus, Münchner Radio Symphonieorchester, Studentenorchester musica camerata Innsbruck, Collegium musicum der Universität Innsbruck, Orchester der Tiroler Festspiele Erl, Symphonieorchester der Stadt Ulm, Orchester des Tiroler Landeskonservatoriums, Collegium musicum Ulm, Orchester des Musiktheaters Vorarlberg, Orchester der Operette Balzers, Orchester der Musikschulen Bregenz und Innsbruck, Bangkok Symphony Orchestra, Thai National Orchestra, Dr. Sax Chamber Orchestra (Jugendorchester) zusammen.