Der Schutzwald im Montafon steht unter Druck. Ein außergewöhnlich trockener Winter, ein niederschlagsarmes Frühjahr und die Rekordtemperaturen im Juni haben ideale Bedingungen für den Borkenkäfer geschaffen. Für den Forstfonds des Standes Montafon bedeutet das derzeit einen Einsatz unter Hochdruck.
„Die Entwicklung hat bereits im vergangenen Winter begonnen“, erklärt Betriebsleiter Andreas Drexel. „Für gesunde Wälder sind ausreichend Niederschläge im Winter entscheidend, damit sich die Bodenwasserspeicher füllen können. Der Winter 2025/2026 war jedoch in ganz Vorarlberg sehr trocken. Im Frühjahr fehlten regional zusätzlich 60 bis 70 Prozent der üblichen Niederschläge. Die große Hitze im Juni hat den Trockenstress nochmals verstärkt.“
Geschwächte Bäume sind anfälliger für Schädlinge – ähnlich wie Pflanzen im eigenen Garten. Gleichzeitig profitiert der Borkenkäfer von warmem und trockenem Wetter. Besonders betroffen ist der sogenannte Achtzähnige Buchdrucker (Ips typographus), ein nur vier bis fünf Millimeter großer Käfer, der vor allem Fichten befällt. Er vermehrt sich rasant: Bis zu drei Generationen pro Sommer sind möglich.
Käferholz rasch aufarbeiten
„Aktuell erhalten wir aus den Revieren beinahe stündlich Meldungen über neue Käfernester“, so Drexel. Vor allem sonnige Hanglagen mit flachgründigen Böden sind betroffen, weil die Bäume dort besonders unter Trockenstress leiden.
Um eine Massenvermehrung des Borkenkäfers zu verhindern, muss befallenes Holz rasch aufgearbeitet werden. Größere Käfernester werden – im Montafon meist mit Seilbahnen – aus dem oft steilen Gelände abtransportiert. Einzelne befallene Bäume werden direkt im Wald entrindet, damit sich die Käfer nicht weiter vermehren können.
Die Arbeiten sind körperlich äußerst anstrengend, finden häufig in steilem Gelände statt und werden aufgrund der hohen Temperaturen in die frühen Morgenstunden verlegt. „Ein großer Dank an unser Team vom Stand Montafon Forstfonds für den unermüdlichen Einsatz und allen für das Verständnis bei eventuellen Lärmbelästigungen“, so Standesrepräsentant Bürgermeister Daniel Sandrell vom Forstfonds.
Schutzwaldfunktion sicherstellen
Der Schutzwald übernimmt im Montafon eine zentrale Funktion. Er schützt Siedlungen, Verkehrswege und Infrastruktur vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag oder Muren. Sein Erhalt ist deshalb eine wichtige Aufgabe für die Sicherheit der gesamten Region.
Mit großem Fachwissen, moderner Technik und hohem persönlichem Einsatz arbeitet das Team vom Stand Montafon Forstfonds täglich daran, die Schutzfunktion der Wälder langfristig zu sichern. „Ein unverzichtbarer Beitrag zur Sicherheit der gesamten Region“, bedankt sich Standesrepräsentant Bürgermeister Daniel Sandrell abschließend bei den Forstfonds-Profis für ihren unermüdlichen Einsatz.